wort.lu: Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag

Letzte Aktualisierung: 19-06-2008 17:58

(dnr/hay) – Am Freitag ist Weltflüchtlingstag. Dies hat der luxemburgische Flüchtlingsrat zum Anlass genommen, um während einer Konferenz am Donnerstag die Situation der Betroffenen weltweit und auch im Großherzogtum anzusprechen.

Weltweit sind mehrere Millionen Menschen auf der Flucht. Nach Angaben der Vereinten Nationen wird ihre Zahl auf 11,4 Millionen beziffert. Weitere 26 Millionen Personen sind innerhalb ihres eigenen Landes vor Konflikten geflohen. Beinahe die Hälfte alle Vertriebenen sind noch Kinder oder Jugendliche.

Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Der häufigste Grund, warum Menschen ihr Heimatland verlassen, ist ein Krieg.

« Positiv zu bennenen ist der Umstand, dass die Zahl der Flüchtlinge seit Jahren abnimmt », sagt Fränk Wies, Präsident von « Amnesty International Luxembourg ». Dabei nehme allerdings die Zahl der Flüchtlinge nicht nur in Luxemburg ab, sondern auch in weiteren europäischen Ländern beziehungsweise weltweit.

Info

Anlässlich des Weltflüchtlingstages hat die Hilfsorganisation Care ein Internet-Dossier zum Thema Flüchtlinge erstellt. Erklärt sind darin zum Beispiel, wie ein Flüchtlingslager aufgebaut ist, wie Flüchtlinge dort betreut werden und auch wie die Hilfsorganisation dort arbeitet. Mehr Informationen dazu unter: www.care.lu

Ein Aspekt, den Wies hierbei beobachten konnte, ist der Umstand, dass die Herkunftssländer in den vergangenen Jahren ständig gewechselt haben: « 1999 wurde ein enormer Flüchtlingsstrom verzeichnet. Die meisten von ihnen kamen aus dem damaligen Kriegsgebiet Kosovo. Im Jahr 2004 wiederum stammten die meisten Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern und derzeit sind es Länder wie Serbien, Kosovo und Montenegro, aus denen die Menschen flüchten », so Wies weiter.

Häufigster Grund für eine Flucht: Krieg

Herrscht in einem Land Krieg, so ist dies mitunter der häufigste Grund für einen Menschen, aus seiner Heimat zu fliehen. Aus dem Kriegsland Irak zum Beispiel sind rund zwei Millionen Menschen geflohen, um in einem der Nachbarländer, darunter vor allem Syrien und im Iran, Schutz zu finden.

Besonders wichtig ist in den europäischen Ländern der Asyl-Status. Diesen muss ein Flüchtling beantragen, um eine Unterkunft zur Verfügung gestellt zu bekommen. Hier sei laut den Aussagen von Fränk Wies insgesamt ein Rückgang verzeichnet worden: Immer weniger Menschen beantragen in Luxemburg einen Asyl-Status.

Problematisch wird ein Flüchtlingsfall vor allem dann, wenn ein Betroffener nicht mehr in sein Land zurückkehren darf. In solchen Situationen greifen dann Drittländer ein, die versuchen, Flüchtlinge in ihrem Land aufzunehmen, um sie dann dort zu « reinstallieren ».

« Reinstallationen richtet sich an bestimmte Flüchtlinge, etwa diejenigen Iraker, die in den Iran oder nach Syrien geflüchtet sind. Das Problematische ist, dass es dort keine Möglichkeiten gibt – aus welchen Gründen auch immer -, den Flüchtlingen einen Asylstatus zu geben, um ihnen dann mit Geldmitteln ein Überleben zu garantieren. In diesen Fällen greift eine Reinstallation, indem nämlich ein sogenanntes Drittland dann überlegt, diese Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen einen Asylstatus zu geben », so Wies.

Als Drittländer gelten vor allem die USA, Kanada, Deutschland sowie Neuseeland. Rund 63.000 Flüchtlinge haben in einem dieser Länder in den vergangenen Jahren eine neue Heimat gefunden.