Esch will keine Neonazis – Tageblatt

Rechtsextreme aus Zweibrücken planten eine Mahnwache für den in Ungarn festgenommenen Neonazi Horst Mahler. Stattfinden sollte das Ganze morgen um 19 Uhr im Rahmen des Konzerts der Söhne Mannheims. Der „Nationale Widerstand Zwei brücken“ hatte dies auf seiner Facebook-Seite angekündigt.

Rechtsextreme in ganz Deutschland und darüber hinaus scheinen kürzlich scharenweise ihre Liebe zu den Softpoppern um Xavier Naidoo entdeckt zu haben. Deren jüngste Single heißt „Marionetten“ und hat der Band massig Kritik eingebracht. Der Text sei rechtspopulistisch, heißt es. Die Band selber widerspricht dieser Interpretation. Neue Fans vom rechten Rand hat sie trotzdem gefunden.

Die Rechtsradikalen aus der Pfalz hatten sich auf Facebook bereits auf das Großherzogtum gefreut, da hier, wie sie schreiben, die Meinungsfreiheit besonders von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Premier Xavier Bettel und von Außenminister Jean Asselborn immer wieder hochgehalten werde. Sie gehen davon aus, dass „eine couragierte Mahnwache für Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit im Großherzogtum Luxemburg sicherlich willkommen sein“ werde.

In einer Mitteilung an die Presse erklärte der Trierer NPD-Politiker Safet Babic gestern, er habe einen Antrag an die Stadt Esch gestellt. Die Mahnwache solle unter dem Motto „Marionetten legen unser Volk in Ketten: Freiheit für Horst Mahler“ stehen. Auch die rechtsextreme Gruppierung „Nationaler Widerstand Zweibrücken“ hatte bereits ihre Teilnahme angekündigt.

 

© Tageblatt 19.05.2017 : Lesen