Holocaustleugner vor Gericht – Tageblatt

Der Angeklagte habe in seinem Buch unter anderem die Vernichtungslager der Nazis verharmlost. Der Ermittler erklärte im Zeugenstand, dass der Mann die Konzentrationslager eher als Industriegebiete betrachten würde. Dies ist laut dem luxemburgischen Gesetz verboten. Der Autor schreibt unter anderem, dass nach dem Weltkrieg versucht worden sei, die Geschehnisse schlimmer darzustellen. In großen Buchstaben ist folgender Abschnitt zu lesen: „Abgeschnittene Haare (wegen der Läuse), Haufen an Schuhen und Kleidern (die Gefangenen bekamen Uniformen), Haufen an leeren Kanistern von Zyklon B (zur Desinfektion), Fotos von mageren Gefangenen (die an Typhus litten), alles Elemente, die uns erschaudern lassen und unser Mitgefühl wecken, dies alles sind keine Beweise einer Massenvernichtung durch Gaskammern.“ Ein eindeutiges Zeichen, dass der Mann versucht, den Holocaust zu leugnen. „Bei uns hat er angegeben, dass man die Geschichte anders auffassen müsse. Immer wieder hat der Angeklagte in den Vernehmungen bedauert, dass nur von Vernichtungslagern die Rede sei, nie würde man den industriellen Aspekt erwähnen. Er hat regelrechte Verschwörungstheorien verbreitet“, so der Ermittler. Darüber hinaus bezeichnete der Mann die Holocaustgeschichte als einen „manipulierten perfiden Plan, um den Staat Israel (schneller) errichten und/oder hohe Reparaturzahlungen in Anspruch nehmen zu können“.

 

© Tageblatt 16.02.2017 : Lesen